Swiss Farmer Power Inwil AG

Wie aus Kuhmist Treibstoff wird

Prozessschema der Biogasanlage

Klicken Sie die einzelnen Prozessschritte an und erfahren Sie mehr

Annahme Fest Annahme flüssig Nassfermation Trockenfermation Presse Biogas Filter kompost

Annahme

  • 1. Annahme flüssig

    Bei der Anlieferung der Rohstoffe für die Biogasproduktion wird zwischen festen und flüssigen Stoffen unterschieden.
    Flüssige biogene Abfälle werden mittels LKW oder via Pipeline von Betrieben aus Landwirtschaft und Industrie angeliefert und in Vorlagetanks gesammelt. Aus diesen Tanks werden die Nassfermenter regelmässig mit frischem Substrat beschickt.

  • 2. Annahme Feststoffe

    Das Festmaterial wird direkt nach der Grüngutsammlung der Gemeinden oder von weiteren Lieferanten in der Annahmehalle abgeladen. Mit dem Schredder wird das Material zerkleinert und das Sternsieb trennt übergrosse Stücke (Holz und Fremdstoffe wie Metalle, Plastik etc.) ab.
    Das aufbereitete, vergärungsfähige Material wird anschliessend mit dem Radlader in die Dosiereinheit für den Trockenfermenter aufgegeben.

Vergärung

  • 3. Trockenfermenter

    Das zwischengelagerte Festmaterial wird in eine Dosiereinheit gegeben und über Förderschnecken zum Trockenfermenter transportiert.
    Durch regelmässigen Eintrag von frischem Substrat wird dafür gesorgt, dass die Masse im Fermenter langsam vorwärtsgeschoben wird. Mikroorganismen zersetzen das Substrat und produzieren daraus das Roh-Biogas.
    Die gesicherte Verweilzeit von rund 20 Tagen bei 55° C (thermophile Vergärung) gewährleistet, dass pathogene Keime, Viren und Pflanzensamen wirkungsvoll abgetötet werden.

  • 4. Nassfermenter

    Die flüssigen Substrate werden in einem volldurchmischten Fermenter unter Ausschluss von Luft durch Mikroorganismen abgebaut (mesophile Vergärung bei 42°C). Daraus entsteht Methan und Kohlendioxid, das Roh-Biogas welches im Gasspeicher aufgefangen wird.
    Mit jeder Zufuhr von frischem Substrat wird Material aus dem Fermenter verdrängt und gelangt in den Nachgärer, der als Gärrest-Zwischenlager für das flüssige Gärgut dient. Dieses kann entweder direkt als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden oder gelangt zur Volumenreduktion in die Gärrestaufbereitung.

Gärrestaufbereitung

  • 5. Separation / Pressen

    Die Gärreste der Trocken- und Flüssigvergärung werden nach der Vergärung mittels Schneckenpressen entwässert. Dabei gelangt der flüssige Teil zur weiteren Trennung auf die Ultrafiltration. Die Feststoffe werden zur Aufbereitung in die Nachrotte weitergeleitet.

  • 6. Festes Gärgut und Kompost

    Die entwässerten Feststoffe werden in der Nachrotte eingelagert und belüftet. Dadurch wird der Nachkompostierungsprozess eingeleitet. Daraus entsteht das feste Gärgut. Durch Zumischen von unvergorenem Festmaterial in das feste Gärgut kann hochwertiger Kompost produziert werden.
    Um qualitativ hochwertigen Recyclingdünger zu erhalten und Geruchsemissionen zu vermeiden, ist die Nachrotte in einer separaten Halle untergebracht.

  • 7. Ultrafiltration und Umkehrosmose

    Die flüssige Fraktion wird zur Ultrafiltration geleitet, wo Feinstpartikel und Schwebstoffe abgetrennt werden. Nach der Ultrafiltration besteht die Flüssigkeit nur noch aus Wasser und den darin gelösten Nährstoffen. Die Umkehrosmose dickt die nun feststofffreie Flüssigkeit ein, wodurch sich die Nährstoffkonzentration erhöht. Es entsteht ein Flüssigdünger – das sogenannte Nährstoffkonzentrat für die Landwirtschaft.
    Das abgetrennte und annähernd frachtfreie Wasser wird bei laufender Qualitätskontrolle an die benachbarte ARA weitergeleitet.

Gasaufbereitung

  • 8. Biogasaufbereitung

    Das in der Nass-und Trockenvergärung entstandene Roh-Biogas gelangt vom Gasspeicher zur Gasaufbereitung. Das Biogas besteht zu 55 bis 60 % aus Methan (CH4 ), einem hohen Anteil an Kohlendioxid (CO2 ) und einem ge­ringen Anteil an anderen Gasen.
    Indem man Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff abtrennt, entsteht das zu Erdgasqualität aufbereitete Biogas mit einem Methangehalt von >96% . Nach entsprechender Druckerhöhung und Odorierung (Beigabe des typischen Erdgasgeruchs) wird das aufbereitete Biogas ins Erdgasnetz eingespeist.